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How it all began oder „wie kommt man eigentlich zu diesem Job?“

Keine andere Frage ist mir so oft gestellt worden und daher jetzt auch hier mal ein kurzer Rückblick auf eine Geschichte von „großer Klappe und ganz viel Glück“.

Statt Lokführer, Pilot oder Polizist stand bei mir schon recht früh Journalist auf Platz 1 der „Wunschberufhitparade“. Mein erstes großes Vorbild war Klaus Bölling, Auslandskorrespondent der ARD für den Weltspiegel, später dann auch mal Regierungssprecher. Also hab ich ganz klassisch für Schülerzeitungen geschrieben und mich dann nach dem Abitur als freier Mitarbeiter bei der Westfälischen Rundschau in Lünen beworben. Mein erster Artikel waren 20 Zeilen über die Jahreshauptversammlung eines Kaninchenzuchtvereins und brachten das sensationelle Honorar von 4 DM.

Parallel zum Studium folgten viele Jahre bei dieser Zeitung, wo ich auch ein Volontariat machen sollte. Zwei „Sturm-und-Drang-Jahre“ als Animateur im Robinson-Club Nea Sivota in Griechenland beendeten jedoch nicht nur die Volontariatspläne, sondern auch meine gerade angefangene Magisterarbeit an der Ruhr-Universität Bochum zum Thema „Die Rolle der Frau in der amerikanischen Detektivliteratur“. Radio hieß nun das Zauberwort, nachdem ich im Robinson-Club täglich meine eigene Radiosendung gemacht hatte. Nebenher jobbte ich ohnehin als DJ und da stimmte neben der Kohle auch der Spaß.

Eine eigene Szenezeitung, die in Dortmund berühmt-berüchtigte Nachtzähne lieferte ein paar Jahre genug Geld um bei verschiedenen freien Radios zu lernen, bis im Juli 1990 die Ruhrwelle Bochum als eines der ersten privaten Radios auf Sendung ging. Zwei Jahre hab ich dort den Dampfplauderer gegeben, von der Frühgymnastik in der Morgensendung über Talksshows in Kaufhäusern bis hin zur Disco-Hitparade aus dem legendären Bochumer „tarm-center“. Im Frühjahr 1992 schließlich holte mich Burkhard Weber, der damalige Sportchef zu RTL, wo ich passenderweise am 1. April begann. Durch den Verlust der Fußballrechte gab es einen großen Umbruch und RTL brauchte dringend und schnell neue Leute. Mein Glück.

Vier Wochen später war ich erstmals bei der Formel 1 dabei und „erfand“ das PS-Geflüster weil die Filmchen die ich zu Übungszwecken machte, eigentlich zu kurz und trotzdem irgendwie zum „Nichtsenden“ zu schade waren. Nochmal vier Wochen später kommentierte ich in Imola erstmals die Rennzusammenfassung, die damals „Highlights“ hießen weil der Kollege, der eigentlich eingeteilt war ein paar kleine Probleme hatte, wieder Glück.

Noch ein Jahr später durfte ich an der Seite von Jochen Mass mein erstes Rennen live, den GP von Barcelona, kommentieren. Der damalige RTL-Chefredakteur, Dieter Lesche, hatte beim vorangegangenen Rennen zufällig zugehört, als ich just for fun das Training kommentierte. Offenbar nicht so schlecht, denn ein paar Tage später ging bei mir spätabends das Telefon: „Beim nächsten Rennen kommentierst Du.“

Wie gesagt „große Klappe und viel Glück.“


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